Fujifilm Instax square 6 DIY Kameratasche

Die Entscheidung zum Kauf einer neuen Polaroidkamera ist uns nicht ganz leicht gefallen. Philipp und ich sind von Kindesbeinen an von den Sofortbildkameras fasziniert und seine Eltern und meine Mutter haben auch sicher noch das ein oder andere alte Modell im Keller herumliegen. Das Objekt gerade noch durch den Sucher eingefangen und wenige Sekunden später in den Händen halten, das ist so ein schönes Gefühl. Trotz dessen gefiel uns der Umweltaspekt nicht so wirklich: jeweils 10 Fotos in einem Film in einer Aluverpackung und jeder Film in Hartplastik. Ob die im Müll recycelt werden können ist fragwürdig und leider bietet der Hersteller auch keine Möglichkeit des Einschickens für die Wiederverwertung der Verpackung an. Trotz allem hat Philipp sich doch am Ende für die Fujifilm Instax square 6 entschieden und wir haben diese Entscheidung auch nie bereut. Im Gegenteil: wir überlegen ganz genau was wir wie fotografieren.

Die Fotos sind quadratisch und 62 mm × 62 mm, bzw. mit Rand 86 x 72 mm groß, im Gegensatz zur Fujifilm Instax Mini, dessen Fotos nur 62 x 46 mm, bzw.  mit Rand 86 x 54 mm groß sind. Das gefällt uns besser, da man einfach mehr einfangen kann und dementsprechend mehr zu sehen ist auf den Fotos. Preislich unterscheiden sich die Filme der beiden Kameras nicht. Tatsächlich bieten die Weiten des Internets unendlich viel Zubehör für die Fujifilm Instax Mini, nicht aber für die Fujifilm Instax Square. Auf der Suche nach einer passenden Kameratasche für unsere neue Pola wurden wir leider vom winzigen, Angebot im überwiegend mädchenhaften Stil überrascht. Lediglich ein schönes Fotoalbum haben wir gefunden. Und so wurde die Idee der selbstgemachten Kameratasche geboren, die ich dann Philipp zum Geburtstag schenken wollte. 

Das richtige Material

Zuerst wollte ich die Stoffgeschäfte wie z.B. Wolle & Hobby hier in Kiel aufsuchen, um dort einen festen, vielleicht sogar wasserresistenten Stoff für die Kameratasche zu kaufen. Dann fiel mir ein, dass wir noch eine ältere Tischdecke, die wir als Malunterlage noch im Schrank hatten. Blau ist Philipps Lieblingsfarbe, das Außenmaterial ist aus Kunststoff und Innen aus weißem Fleece. Perfekt für mein Vorhaben.

 

Zuschnitt

Zuerst habe ich die Kamera mit hervorstehenden Teilen abgemessen und den Stoff entsprechend doppelt abgemessen und an den Rändern immer 1 cm hinzugegeben, da das ganze ja noch vernäht werden soll. Mein räumliches Verständnis ist ausbaufähig, aber ich habe es doch ganz gut hinbekommen. Die wichtige Vorbereitung ist das A & O. Die Umsetzung geht dann meistens am schnellsten und es passieren keine Fehler. Maße:

Damit die Tasche am Ende nicht zu labberig (hab das Wort noch nie geschrieben :D) wird, habe ich das Innere mit fester Pappe gestärkt. Dafür habe ich ein komplettes Stück ausgeschnitten mit dem Gesamtumfang des Schnittmusters auf der rechten Seite, also 14 cm x 37,8 cm und 4x an den jeweiligen Stellen geknickt. 

Am Besten immer wieder ausprobieren, ob alles so passt wie es soll.

Die erste Naht

Der Stoff ist doppelt so groß, wie die Pappe, weil dieser ja Außen- und Innenseite umschließen soll. Also hat er eine Fläche (mit Nahtzugabe) von 30 cm x ca 85 cm. Die Stoff wird umgedreht und eine lange Naht mit der Nähmaschine an der Längskante gemacht und eine kleine Naht an einem Ende, sodass nur noch eine offene Kante bleibt, wo die Pappe anschließend eingeführt wird. An der anderen Öffnung habe ich etwa 4 cm  Stoff drüberstehen lassen. Hier habe ich die eine Seite des Stoffes um die Pappe gelegt, und eine weitere Naht mit der Hand im inneren der Tasche gemacht, damit sie später versteckt ist.

 

Die Seitenteile

Jetzt kommen die zwei Seitenteile, wie auf dem Bild oben zu sehen. Diese habe ich in der selben Technik genäht, wie das Mittelstück, nur ohne Knicken. 12,3 cm x 6,6 cm groß ist die Pappe und der Stoff wieder doppelt so groß +  Nahtzugabe, also ca 30 cm x 18 cm. Dann werden wieder 3 Seiten mit der Maschine zugenäht und eine diesmal offen gelassen, denn die kann mit gleich in einem Abwasch zunähen und an das Mittelteil nähen.

Mit der Hand nähen

Der Rest muss tatsächlich mit der Hand genäht werden. Ich habe dafür zuerst jeweils beide Seitenteile mit Boden (dort wo die noch offene Seite war) und Vorseite vernäht, und dann beide mit der Rückseite, mit ich noch gut an die Innenseite gekommen bin. Für das ganze sind kleine Hände auf jeden Fall von Vorteil. Es ist teilweise nicht leicht in die Ecken zu kommen, aber mit etwas Geschick und ein wenig Übung klappt das ganze super.

Verschluss

Um die Tasche einfach zu öffnen und zu verschließen, habe ich 5 Klettverschlusspunkte an Deckel und Vorderseite geklebt. Dafür habe ich die Klettverschluss-Punkte jeweils zusammengesetzt und die weiche Schlaufen-seite des Klettverschlusses an den Deckel geklebt. Dann habe ich Kleber auf die Unterseite der kratzigen Widerhaken-seite gemacht, und den Deckel verschlossen. Dann habe ich vorsichtig die beiden Klettverschlussteile voneinander getrennt und trocknen lassen. Fertig.

Kleines Extra-Feature

Das liebe ich am meisten am Do it yourself, die Freiheit kleine Besonderheiten mit einzubauen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe am Ende noch die Idee gehabt, ein Stück vom Stoff zuzuschneiden  (etwa jeweils 1 cm größer als ein Polaroidfoto der Kamera) und das an der Rückseite festzunähen. Hier können gemachte Polas zur Entwicklung reingesteckt und sicher transportiert werden, ohne Schaden zu erleiden. Da bei der Kamera ein Kameragurt dabei ist, habe ich auf einen weiteren Gurt für die Tasche verzichtet. Dafür habe ich die Seitenwände ein wenig eingeknickt, sodass man den Kameragurt rechts und links langführen kann, und somit beim Transport genauso benutzen kann. 

Fertig ist die Tasche. Ich habe insgesamt etwa 3 Arbeitstage damit verbracht und bin am Ende sehr stolz auf das Ergebnis <3 Auf Philipp ist begeistert. Ich wünsche euch viel Spaß beim ausprobieren. Wenn euch der Beitrag gefallen hat, teilt ihn gerne mit Freunden, oder lasst mir gerne einen Kommentar da.